mein Wahlkreis

Fragt man mich, was mich mit meinem Wahlkreis verbindet, dann lautet meine Antwort: Hier habe ich meine Wurzeln. Viel Wasser, eine wunderschöne Natur vor den Toren zu Berlin und die einzigartigen Traditionen, auf die fast jeder Ort zurückblicken kann, machen meinen Wahlkreis zu etwas ganz Besonderem.

Der Wahlkreis Ostprignitz-Ruppin III / Havelland III liegt nordöstlich von Berlin und erstreckt sich über 2 Landkreise. Er umfasst die Gemeinde Milower Land, die Stadt Premnitz, die Stadt Rathenow, das Amt Rhinow, das Amt Neustadt (Dosse) und die Gemeinde Wusterhausen (Dosse). Auch wenn die Ostprignitz und das Havelland eine Landkreisgrenze teilt, verbindet uns dennoch Vieles.

Wir haben schwere Jahre hinter uns, die von wirtschaftlicher Unsicherheit, hoher Arbeitslosigkeit und starker Abwanderung geprägt waren. Die Gelder waren knapp, die Entwicklung ungewiss. Wir haben unsere Heimat nicht verlassen und werden uns allen Herausforderungen stellen. Heute sind wir auch deshalb eine Region, die immer mehr an Attraktivität dazu gewinnt. Einst abgewanderte kehren zurück, Menschen ziehen zu uns, Touristen entdecken unsere schöne Landschaft.

Unsere Region hat letztlich eine wunderbare Entwicklung genommen. Neue Aufgaben stehen an. Die flächendeckende medizinische Versorgung wird immer mehr zu einer gesellschaftlichen Herausforderung. Die (Bahn)Anbindung zu Berlin muss dringend verbessert werden. KiTas und Schulen müssen für die Zukunft fit gemacht werden.

Hier ist meine Heimat und ich bin stolz darauf, sie mitzugestalten.  Für mich ist sie ein guter Ort, mit meinen Kindern und der Familie zu leben.

An der Uferpromenade in Premnitz. Foto: Norman Stoffregen

Rathenow

Als ich 1980 in Rathenow geboren wurde, war die Stadt das Zentrum der optischen Industrie für den Osten. Über 4000 Mitarbeiter produzierten Brillen, Mikroskope und Leuchtturmlinsen für die gesamte DDR und darüber hinaus. Das 1801 erteilte königliche Privileg des preußischen König Friedrich Wilhelm III zur Betreibung einer optischen Industrieanstalt war der Startschuss für Pfarrer Johann Heinrich August Duncker zum Aufbau der optischen Industrie in Rathenow. Selbst über 200 Jahre später ist Optik Rathenow immernoch eine Marke. Wussten Sie, dass das Weitwinkelobjektiv 1865 in Rathenow erfunden wurde? Auch heute noch spielt der innovative Gedanke eine große Rolle in den Rathenower Betrieben.

Vor Dunckers Geburtshaus. Foto: Nancy Stoffregen

Durch die Landesgartenschau 2006 und die Bundesgartenschau 2015 hat sich das Stadtbild stark verbessert. Viel wurde investiert. Die direkte Bahnanbindung an Berlin und das günstige Bauland in und um Rathenow sind ideal für Pendler. Investitionen in eine bessere Taktung der Züge und digitale Infrastruktur würden die Attraktivität der Kreisstadt erhöhen und das Berliner Umland weiter entlasten.

Rathenow  hat viel Potenzial. Was fehlt ist ein zukunftsweisendes Konzept für meine Heimatstadt, das konsequent verfolgt wird, um die Stadt und das Umland auf sichere Beine zu stellen.

Foto: Nancy Stoffregen

 

Premnitz

Auch Premnitz stand in den 90-er Jahre vor einer völligen Umorientierung. Bis zum Jahre 1915 war Premnitz eins von vielen Dörfern an der Havel das mit dem Bau einer Pulverfabrik plötzlich industrialisiert wurde. Während des 1. Weltkrieges wurden in Premnitz Schießpulver und Schießbaumwolle produziert. Bis zum Fall der Mauer waren im Chemiefaserwerk "Friedrich Engels" fast 6.500 Mitarbeiter beschäftigt. Das Chemiefaserwerk war neben den Rathenower Optischen Werken der zweite große Arbeitgeber im Altkreis Rathenow.        

mit Ralf Tebling in der ehemaligen Schaltwarte in Premnitz
mit Ralf Tebling in der ehemaligen Schaltwarte in Premnitz

Mit dem Fall der Mauer kam auch hier der Wendepunkt. Produktionen fielen Stück für Stück weg, das Werk stand vor dem Aus. Heute hat sich der Industriepark neu orientiert und konzentriert sich u. a. auf Kunststoffproduktion, Recycling und Energiewirtschaft. 1.500 Menschen finden hier Beschäftigung.

Anlässlich des Rückbaus des letzten Gebäudes des ehemaligen Chemiefaserwerkes kamen auch Manfred Stolpe und Dietmar Woidke in die Stadt. Ohne den beharrlichen Einsatz des damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und der unvergesslichen Sozialministerin Regine Hildebrandt wäre die Neuorientierung des Industrieparks möglicherweise nicht gelungen. "Ihr habt nie aufgegeben und viel ausgehalten" sagte Woidke zu den Premnitzern. Recht hat er.

Premnitz hat sich von einem ehemals reinen Industriestandort dank eines erfolgreichen Stadtumbaus in einen modernen Wohnstandort gewandelt. Alle Kinder- und Schuleinrichtungen sind auf modernsten Stand. Seit 2017 verfügt die Stadt über zwei neue und moderne Ärztehäuser. Darüber verfügt die Stadt über soziale, sportliche und kulturelle Gemeinschaftseinrichtungen, die in vergleichbaren Gemeinden mit 8.600 Einwohnern kaum zu finden sind. Premnitz hat sich gleichwohl den Scharm eines beschaulichen Orts inmitten des Naturparks Westhavelland an der Havel erhalten können. Natur und Industrie stehen im Einklang.

 

Foto: Nancy Stoffregen

 

Milower Land

Die amtsfreie Gemeinde Milower Land ist eine Flächengemeinde mit knapp über 4.300 Einwohnern, eingebettet in zumeist Kiefernwälder und eng verbunden mit der wunderschönen Landschaft der Havel, liegt sie ebenso im Natur- und Sternenpark Westhavelland gelegen.

Die Jugendherberge in Milow und liebevoll betriebene Pensionen und Gaststätten in der Gemeinde sowie die Havel, die Stremme und die überregionalen Radwege laden zu Verweilen und zur Erkundung ein.

Die Gemeinde befindet sich derzeit im Umbruch. Machte man sich vor wenigen Jahren noch Gedanken, wie man die Grundschulstandorte sichern könne, so werden dieser Tage Pläne geschmiedet, um dem rasant wachsenden Bedarf an Kita-Plätzen gerecht zu werden. In fast allen Ortsteilen entstehen neue Häuser und zumeist junge Menschen, lassen sich hier in ihrer neuen nieder oder aber kehren wieder zurück. Im Milower Land ist es dem jungen Bürgermeister Felix Menzel gelungen, die Gemeindevertretung und die Ortsbeiräte über Parteigrenzen hinweg, auf einen gemeinsamen Weg zu bringen. Trotz seiner 10 Ortsteile ist das Milower Land geprägt vom Zusammenhalt. 12 Feuerwehren und über 50 Vereine gibt es hier. Das Jugendparlament und der Seniorenbeirat vervollständigen die gesellschaftliche Arbeit der Wehren, Kirchengemeinden, der Vereine und der Kommunalpolitik. So überrascht es nicht, dass diese Gemeinde schon vielfach ausgezeichnet wurde.

Im Milower Land geht man die Wege gemeinsam. Eben dies macht eine ländliche Gemeinde sehr attraktiv. In den letzten Jahren wandelte sich aber nicht nur die Bevölkerungsstruktur, auch zahlreiche Großprojekte von Bebauungsplänen, über Sanierungen der Schulen und Kitas, bis hin zum Neubau von Feuerwehrgerätehäusern konnten aus eigener Kraft gestemmt werden. Wer auf der Suche nach Kunst und Kultur ist, dem sei ein Besuch der Gemeinde am Tag des offenen Ateliers angeraten.  Viele Künstler sind hier inzwischen sesshaft und laden nicht nur an diesem Wochenende zum Erkunden ein.

Ich persönlich besuche oft, das Künstlerehepaar Göschel auf dem Galm bei Zollchow. Die idyllische Landschaft lässt alle Sorgen vergessen und die unbekümmerte Art der Menschen, macht auch einen spontanen Ritt auf einem Pony möglich.

Foto: Nancy Stoffregen

 

Rhinow

Die Geschichte des Amtes ist untrennbar mit Friedrich Wilhelm I. auch „Der Große“ genannt verbunden. Mit der er Urbarmachung und dem Ansiedeln von Menschen im Havel-Rhin-Luch in den Jahren 1773-75 entstand südwestlich von Neustadt/Dosse die Kolonie Friedrichsdorf.

Und wer kennt nicht aus der jüngeren Geschichte Otto Lilienthal. Ohne ihn wäre die Welt heute eine andere. Der Pionier der Fliegerei führte auf dem Gollenberg 1891 seine ersten Flugversuche durch und auch heute wird am Gollenberg noch aktiv Flugsport betrieben. Die Lady Agnes am Fuße des Gollenbergs wurde nach seiner Frau benannt und soll heute an ihn erinnern. Im Flugzeug ist ein Standesamt untergebracht. Viele Menschen haben sich hier schon getraut.

Foto: Nancy Stoffregen

Aber Rhinow ist weit mehr als Otto Lilienthal. Hier ist der Sternenpark Anziehungsmagnet für viele Touristen. Der Amtsbereich ist mit seinen mehr als 4.500 Einwohnern ländlich geprägt. Das idyllische Schloss in Kleßen lädt ein, Kultur und Kunst zu genießen sowie das Spielzeugmuseum zu besuchen.

Teile des Amtsbereichs gehören zum Naturpark Westhavelland und sind somit nicht nur Schutzgebiet für viele Zugvögel, sondern ebenso beliebtes Reiseziel für Sternenliebhaber, denn der Naturpark ist nachts einer der dunkelsten Orte Deutschlands. Ich selbst liebe es, in Sommernächten einfach nur in die Sterne zu gucken. Die Region um Gülpe gilt unter Astronomen zu den dunkelsten Orten Deutschlands. Obwohl wir nur ca. 70 km von Berlin entfernt sind, kann man bei uns die Milchstraße mit ihren einzelnen, abertausenden Sternen als plastisches Gebilde erleben.

Foto: privat

Der große Hohennauener See zieht jedes Jahr viele Wassersportler an und ist beispielhaft für die Lebensqualität, die meine Heimat ausmacht. Hier habe ich während meiner Kindheit jeden Sommer verbracht. Als im Jahr 2018 im Zuge der Sanierung der Hohennauener Kirche die Kinderglocke neu gegossen wurde, haben sich auch meine Kinder an der Gestaltung der Glocke mit einem Bild beteiligt.

Die Glocke ist wunderschön geworden!

Foto: privat

Neustadt/Dosse

Das Amt Neustadt/Dosse liegt im Norden meines Wahlkreises und umfasst 6 Gemeinden. Neustadt/Dosse hat sich vor allem durch den Pferdesport über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Das 1788 vom preußischen König Friedrich Wilhelm II erbaute Gestüt hat heute eine Stutenherde, die zu den wertvollsten und erfolgreichsten in Europa gehört und ist somit der Ort für Pferdeliebhaber und Pferdezucht im Land Brandenburg. In der Prinz-von-Homburg-Schule wird Reiten als Unterrichtsfach angeboten. Das angegliederte Internat beherrbergt Schüler aus ganz Deutschland und auch darüber hinaus.