Optikstudiengang wird gut angenommen

Veröffentlicht am 24.04.2019 in Bildung

Landesinnungsmeister Gunther Schmidt beim Rundgang durch das Bildungszentrum mit Martin Gorholt, Katja Poschmann und Jus

Martin Gorholt (SPD) war es maßgeblich zu verdanken, dass 2016 ein Optikstudiengang in Brandenburg und Rathenow begründet werden konnte. Jetzt hat er erfahren, dass das neue Studium gut angenommen wird.

Rathenow

 Hätte Martin Gorholt (SPD) vor einigen Jahren, als er noch Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur war, sich nicht so intensiv dafür eingesetzt, einen neuen Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik zu schaffen, dann würde es diesen heute nicht geben. Im September 2016 hatte der erste Jahrgang das Studium aufgenommen.

Das Studium, das nach dreieinhalb Jahren mit einem Bachelor-Abschluss endet, ist an der Technischen Hochschule (TH) Brandenburg angesiedelt. Die Optische Gerätetechnik wird zwei Tage pro Woche an der TH in Brandenburg gelehrt. Die Lehrveranstaltungen zur Augenoptik finden zwei Tage die Woche im Bildungszentrum der Landesaugenoptiker- und Optometristeninnung in Rathenow statt.

 

 

Der dritte Jahrgang seit 2016

Nachdem im letzten September der dritte Jahrgang das Studium aufgenommen hat, kam Martin Gorholt nunmehr als Leiter der Staatskanzlei nach Rathenow, um zu erfahren, wie der neue Studiengang bislang angenommen worden ist.

Der Rathenower Justus Eichstädt, als Optik-Professor an der TH für den Studiengang zuständig, bezeichnete den Beginn als einen Erfolg. Die Ergebnisse lägen über dem, was man erwartet habe. Das Profil des Studiengangs sei gemeinsam mit der Landesinnung an die Region angepasst worden.

 

Mehr Anfragen als Studenten

Der erste Jahrgang von Studierenden habe vor kurzem sein Praktikumssemester beendet, teilte Justus Eichstädt mit. Das Interesse von Unternehmen und Einrichtungen in der Region sei groß gewesen, die Studierenden bei sich aufzunehmen. Es gebe mehr Anfragen von Unternehmen, als Studierende vorhanden seien.

Das Studium wird die ersten fünf Jahre als Projekt betrieben. Danach wird entschieden, ob der Studiengang fortgesetzt wird. Ob er fortgesetzt werde oder nicht, befand Justus Eichstädt, schon jetzt sei klar, dass hier die nächste Generation von Abteilungsleitern für die Branchenbetriebe der Region heran wachse. „Es ist genau das aufgegangen, was wir haben wollten“, sagte er. Es sei bereits so, dass sich aus der Zusammenarbeit wissenschaftliche Arbeiten entwickeln.

Investitionen der Augenoptikerinnung

Die technische Ausstattung des Bildungszentrums der Augenoptiker- und Optometristeninnung des Landes in Rathenow ist sehr modern.

Landesinnungsmeister Gunther Schmidt nennt es das am besten ausgestattete Bildungszentrum der Branche in Deutschland –vielleicht sogar in Europa.

In die Technik des Bildungszentrums wurden und werden gegenwärtig rund 1,5 Millionen Euro investiert.

Die Anschaffungen werden zum großen Teil durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Bildung finanziert.

Weil das Bildungszentrum wegen der großen Nachfrage aus allen Nähten platzt, wird außerdem ein Erweiterungsbau geplant.

Der Neubau soll rund 1,6 Millionen Euro kosten.

Die Bruttogrundfläche des Bildungszentrums soll dadurch von derzeit 1060 Quadratmetern um weitere 600 Quadratmeter vergrößert werden.

Den ersten Jahrgang hatten 17 Studierende begonnen, im zweiten und dritten sind es jeweils 15. Einige haben einen Berufsabschluss als Augenoptiker, einige beginnen direkt nach dem Abitur, einige sind ausgebildete Verfahrensmechaniker und es gibt auch Quereinsteiger. Die vier Gesellen, die nunmehr im dritten Studienjahr sind, machen alle auch ihren Meisterabschluss als Augenoptiker. Im Winter 2020 schließt der erste Jahrgang sein Studium ab.

Landesinnungsmeister Gunther Schmidt berichtete, dass das Bildungszentrum in Rathenow wegen der großen Nachfrage aus allen Nähten platzt. Die Technik hier sei so gut, dass es das am besten ausgestattete Augenoptik-Bildungszentrum in Deutschland – vielleicht sogar in Europa – sei. Man verzeichne bei den Zahlen der Auszubildenden einen „wahnsinnigen Anstieg“.

Die Begrenzungspflöcke für den Erweiterungsbau sind bereits eingeschlagen
Die Begrenzungspflöcke für den Erweiterungsbau sind bereits eingeschlagen. Quelle: Bernd Geske

 

Weil der Platz in den vorhandenen Gebäuden so eng geworden ist, plant die Landesinnung auf ihrem Grundstück im Gewerbegebiet Rathenow-Süd einen Erweiterungsbau. Die Baugenehmigung sei beantragt, teilte Gunther Schmidt mit. Er hoffe, dass Ende des Jahres die Bagger mit der Arbeit beginnen können. Die Vermesser haben die Begrenzungspflöcke bereits in den Boden geschlagen.

Bei Luise Arndt von der TH Brandenburg fragte Martin Gorholt an, welche Wünsche es dort im Bezug auf den Studiengang gebe. Der schon seit Jahren angekündigte Neubau sollte recht bald verwirklicht werden, antwortete sie. Dessen Baubeginn sei ursprünglich für 2019 angekündigt worden, mittlerweile sei er auf das Jahr 2023 verschoben.

Text und Foto: Märkische Allgemeine Zeitung/ Bernd Geske

Den Artikel zum Thema finden sie hier: MAZ vom 24.04.2019