Planungssicherheit der Festivals / Unterstützung der Soziokultur

Veröffentlicht am 29.01.2021 in Allgemein

In den vergangenen Jahren entwickelten sich zahlreiche Festivals verschiedenster Musik- und Kulturrichtungen. Von kleinen Feiern mit familiärem Flair bis hin zu Großveranstaltungen hat Brandenburg alles zu bieten. Der ein oder andere wird im ersten Augenblick Festivals nur mit tollen Locations, Partys an schönen Badestränden und kurzen Sommernächten in Verbindung bringen. An dieser Stelle sei gesagt, dass diese Einschätzung auch häufig zutrifft. Dennoch haben Festivals neben viel Spaß, guter Musik und Unterhaltung durchaus auch eine wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutende Seite. Veranstalterinnen und Veranstalter sind für viele Arbeitgeber, Wirtschaftstreibende, zahlen Steuern und bieten kulturelle Highlights in unserer Region.

Allein im privaten Bereich generieren die Festivalbetreiber der rund 50 popularmusikalischen Festivals mit 255.000 Besucherinnen und Besuchern einen jährlichen Umsatz von 50 Millionen Euro in Brandenburg. Dazu kommen 750.000 Gäste von soziokulturellen Zentren und Musikspielstätten mit einem Gesamtumsatz von 8,35 Millionen Euro und 55 gemeinnützige Festivals mit knapp 75.000 Besucherinnen und Besuchern und einem Umsatz von ca. 4,6 Mio pro Jahr.

„Auch in unserer Region sind viele Festivals verankert. Rathenow feiert jährlich das „Laut und Bunt“ Festival. Das „Antaris-Project“ ist unter den musikalischen Insidern sogar weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Viele weitere Veranstaltungen mit Festivalcharakter wollten Ihren Beitrag zur immer größer werdenden Szene beitragen.“  berichtet Katja Poschmann.

In Zeiten von Corona ausgelassen feiern? Das war 2020 durch die notwendigen Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen infolge der Ausbreitung des Corona-Virus nur wenigen Besuchern möglich. Da wo es ging, sorgten strenge Vorschriften und Hygienemaßnahmen bei Veranstaltern für getrübte Stimmung. Grund dafür sind die großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Neben erheblicher finanzieller Einbußen aus dem letzten Jahr bereitet der dynamische Pandemieverlauf insbesondere Schwierigkeiten bei der Planung und Organisation der neuen Saison.

„Zur Planung von Festivals benötigt man weit mehr als nur ein paar Tage Vorbereitung“, so Poschmann. „Die Strukturen in unsere Kulturlandschaft Brandenburg haben sich über mehrere Jahre aufgebaut. Teilweise müssen Initiatoren für Ihre Sommerfestivals bereits im Januar mit der Organisation beginnen. Dazu kommen Terminabsprachen mit anderen Veranstaltern, Musikern, Dienstleistungsunternehmen, Soloselbstständige, Unterstützern, der Gemeinde und den Rettungskräften.“

Die Hoffnung ist groß, dass im Sommer 2021 wieder die ersten Festivals durchgeführt werden können. Für unsere Jugend in Brandenburg wäre großartig. Viele junge Erwachsene leiden unter den Corona-Einschränkungen. Mit der Volljährigkeit war man es gewohnt, dass einem alle Wege offenstehen. Doch derzeit bleibt vieles, was man mit Gleichaltrigen unternehmen kann, geschlossen oder aus Infektionsgründen nicht möglich.

Um die Festivalkultur im Land Brandenburg zu erhalten und die für unsere Jugend wichtigen Veranstaltungen auch nach Corona zu ermöglichen, hat der Landtag Brandenburg im Rahmen eines Erschließungsantrages finanzielle Unterstützung zugesagt.

Sollten Bundesmittel zur Unterstützung der Festivalveranstalter nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden, so werden Einrichtungen und Akteure im Rahmen eines kleinen Landesprogrammes in Höhe von bis zu 1 Mio. Euro unterstützt. Damit ist sichergestellt, dass die Kofinanzierung für „NEUSTART KULTUR“, sowie der weiteren angekündigten Hilfsprogramme des Bundes zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist mit dem Beschluss eine Förderung für größere Kulturveranstaltungen möglich, wenn eine geplante und organisierte Veranstaltung pandemiebedingt doch abgesagt werden muss.

Katja Poschmann dazu: „Wir wünschen uns, dass gerade unsere regionalen Veranstalterinnen und Veranstalter neuen Mut schöpfen und mit der Planung der Festival-Saison beginnen. Sicher werden noch einige Hygiene-Maßnahmen bestehen bleiben müssen. Dennoch wünsche ich mir für die Zukunft, dass bald wieder draußen getanzt, gelacht und gefeiert werden kann.“