Politiker fordern zusätzliche Gesamtschule

Veröffentlicht am 15.04.2019 in Bildung

Schon jetzt muss die Gesamtschule Bruno-H.-Bürgel zahlreiche Schüler ablehnen, die gern hier ihren Abschluss machen woll

Die Schülerzahlen steigen in den nächsten Jahren im Westhavelland. Die SPD fordert deshalb nun eine zusätzliche Gesamtschule für die Region. Zwei Orte sind im Gespräch.

Das Westhavelland ist wieder kinderreicher, was ohne Zweifel positiv ist. Dass der Nachwuchs aber aus Kapazitätsgründen in der Schulwahl eingeschränkt ist, sorgt bei vielen Eltern für Unmut.

Seit einigen Jahren gibt es an der einzigen Gesamtschule in Rathenow deutlich mehr Anmeldungen als Plätze zur Verfügung stehen.

 

 

Die Folge: Schüler werden klassenweise ans Gymnasium geschickt oder weichen an eine der beiden Oberschulen aus. Einige Schüler aus Rhinow müssen sogar nach Neustadt/Dosse fahren, werden also in einem anderen Landkreis beschult.

Es wird eng an den weiterführenden Schulen

Weil die Zahlen dafür sprechen, dass sich die Situation in den nächsten Jahren weiter zuspitzt, schlägt die SPD Alarm und fordert einen weiteren Gesamtschulstandort im Westhavelland.

 

„Fakt ist, die Schülerzahlen steigen. An der Dachsberg-Schule in Premnitz geht die Schulentwicklungsplanung des Kreises für das Schuljahr 2020/21 von 445 Kindern aus. 2015/16 waren es noch 275“, so Katja Poschmann, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Premnitz-Milower Land.

Sie warnt, dass angesichts der steigenden Schülerzahlen an den Grundschulen die Plätze an den weiterführenden Schulen nicht reichen werden. Deshalb fordert ihre Partei einen zusätzlichen Gesamtschulstandort.

Oberschule Premnitz soll Gesamtschule werden

Katja Poschmann hat auch schon eine Idee, wo dieser sein könnte. „Als SPD-Ortsverein Premnitz-Milower Land schlagen wir vor, die Oberschule Premnitz zur Gesamtschule umzufunktionieren.“

Ein Vorschlag, den der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) und die SPD-Kreistagsabgeordnete Christine B. Milde unterstützen.

Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits im Ländchen Rhinow. Dort hatten die Stadtverordneten im September beschlossen, beim Landkreis den Neubau einer weiterführenden Schule in Rhinow zu beantragen.

Die Premnitzer SPD schlägt vor, aus der Oberschule Premnitz eine Gesamtschule zu machen
Die Premnitzer SPD schlägt vor, aus der Oberschule Premnitz eine Gesamtschule zu machen. Quelle: Bernd Geske

 

„Die weiterführenden Schulen müssen gut erreichbar sein und zwar jede gewünschte Schulform“, betont Stefan Schneider (SPD), Bürgermeister in Rhinow und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

Für Schneider sind mehrere Varianten denkbar. „Es ist nachvollziehbar, dass die SPD Premnitz-Milower Land eine Erweiterung der Oberschule in Premnitz favorisiert.

Im gleichen Atemzug werde ich mich als Bürgermeister der Stadt Rhinow natürlich dafür einsetzen, dass bei der Suche nach einem möglichen Standort, auch Rhinow berücksichtigt wird“, so Schneider.

Aktuelle Schulplanung sieht keine weitere Schule vor

Ob und wo eine zusätzliche weiterführende Schule entsteht, das entscheidet der neue Kreistag. Um den Entscheidungsprozess vorzubereiten, muss die Kreisverwaltung zunächst entsprechende Varianten erarbeiten.

Dabei werden wirtschaftliche Faktoren ebenso eine Rolle spielen, wie die Betrachtung der Schülerströmungen und Entwicklungschancen des Ländlichen Raums.

Gern hätte die MAZ dazu ein Statement des Landkreises gebracht. Eine entsprechende Anfrage blieb aber unbeantwortet. In der aktuellen Planung ist jedenfalls keine weitere Schule vorgesehen.

Der Landkreis geht davon aus, dass der geordnete Schulbetrieb an allen vier weiterführenden Schulen im Westhavelland – drei in Rathenow, eine in Premnitz – zumindest bis 2021 gewährleistet ist.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: „Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen“

Text und Fotos: Märkische Allgemeine Zeitung/ Christin Schmidt und Bernd Geske

 

 

MAZ vom 15.04.2019