SPD nominiert Katja Poschmann für den Landtag

Veröffentlicht am 21.11.2018 in Kommunalpolitik

Katja Poschmann aus Premnitz soll den Landtagswahlkreis Rathenow-Neustadt/Dosse für die SPD erobern. Die Sozialdemokraten setzen auf eine Frau, die in der Partei eine Blitzkarriere hingelegt hat.

Das Mantra von Katja Poschmann heißt Beitragsfreiheit – hier, jetzt und am besten sofort. Und die SPD-Mitglieder aus dem Westhavelland, Neustadt/Dosse und Wustermark applaudieren. Einstimmig wurde Katja Poschmann am Dienstag von der SPD zur Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis Rathenow-Neustadt/Dosse nominiert.

Nachdem der Unterbezirksvorsitzende der SPD Havelland, Martin Gorholt, es zweimal versucht hatte, ohne gegen Christian Görke (Linke) erfolgreich zu sein, setzen die Mitglieder der SPD auf einen Generationswechsel und auf eine Frau. Leicht wird sie es nicht haben. „Der Wahlkreis Rathenow gilt als einer der schwierigsten im Land, weil hier Christian Görke von den Linken schon dreimal gewonnen hat“, sagte Martin Gorholt am Dienstag.

 

Keine Angst vor großen Namen

Und Gorholt betonte seine Wertschätzung für den Mitbewerber der Linken. Mit ihm muss er als Chef der Staatskanzlei Politik organisieren. „Wir können uns aufeinander verlassen“, so Gorholt.

Angst vor großen Tieren und Namen hat Katja Poschmann allerdings nicht. Geboren 1980, aufgewachsen in Rathenow, später Umzug und Ausbildung zur Betriebswirtin, dann Rückkehr ins Westhavelland. Ihre Kinder zieht sie hier groß und wenn es um Kinder geht, dann hat die Kandidatin klare Vorstellungen.

 

Alle Kinder sollen gleiche Chancen haben, darum fordert sie, Kindertagesstättenplätze im Land Brandenburg ohne Elternbeiträge zu finanzieren. Katja Poschmann machte am Dienstag deutlich, dass sie weit gehende Forderungen aufmacht. „Beitragsfreiheit und das sofort und das muss ein Ministerpräsident zur Chefsache machen.“

Unter anderem ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass inzwischen zumindest das letzte Kitajahr für Eltern beitragsfrei ist. In dere SPD gab es aber auch Bedenken. Die formulierte Manfred Lendt. „Bevor wir über Beitragsfreiheit reden, sollte man auch Qualitätssicherung und finanzielle Wertschätzung für die Erzieher und den Betreuungsschlüssel ins Auge fassen.“

Heimatliebe mit der SPD

Ja, das will Katja Poschmann auch. Sie will, dass die Menschen im Westhavelland in ihrer Heimat, die sie als solche auch begreifen sollen, leben können. „Heimat“ und „Heimatliebe“ – Begriffe, die man bis dahin eher selten bei der SPD gehört hat.

Dazu gehört eine auskömmliche Krankenversorgung. Krankenhäuser in öffentlicher Hand sollten möglichst als gemeinnützige Gesellschaften geführt werden. Das ist ihr Fingerzeig an den Kreis und die Havelland Kliniken, wo derzeit an einem Standort der Kreißsaal geschlossen werden muss. Für die Aufwertung des Hebammenberufes und der Hebammenausbildung spricht sie sich aus.

Mit Katja Poschmann macht es sich die SPD nicht leicht und sie will es sich auch nicht mit ihrer Partei leicht machen. Vor vier Jahren ist sie eingetreten und stellte am Dienstag fest: „Es läuft nicht rund und ich will, dass es wieder rund läuft.“

Einstimmig sprachen sich die Mitglieder der SPD zudem dafür aus, Katja Poschmann auf die Landesliste für die Landtagswahl zu setzen. Zu erwarten ist, dass die Newcomerin auch zur Kommunalwahl antritt. Die Kandidaten zur Kreistagswahl benennt die SPD im Januar.

Text und Foto Märkische Allgemeine / Joachim Wilisch

Die Artikel zum Thema finden Sie hier:

http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Premnitz/SPD-nominiert-Katja-Poschmann-fuer-den-Landtag