Stellungnahme zum Entwurf des Landesnahverkehrsplan 2023-2027: Nachbesserungen für das Westhavelland und OPR gefordert

Veröffentlicht am 23.06.2022 in Allgemein

Die Landesregierung hat es sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gemacht, „den Bürgerinnen und Bürgern in allen Landesteilen zuverlässig und individuell Mobilität zu ermöglichen.“ Dies betreffe attraktive öffentliche Verkehrsangebote mit Bus und Bahn […] sowie Angebotssteigerungen im ganzen Land – sowohl für Pendler:innen als auch für die Anbindung berlinferner Regionen. Zur Erreichung dieser Ziele bedarf es Nachbesserungen im Entwurf des Landesnahverkehrsplans (LNVP). Eine Angebotsausweitung des Schienenpersonennahverkehrs (SNVP) als Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Nord-Westen und Westen Brandenburgs ist dabei unerlässlich für eine Verkehrs­wende hin zu einem attraktiven, nachhaltigen, öffentlichen Mobilitätsangebot auch im ländlichen Raum.

 

Forderungen von Katja Poschmann

 

Anbindung des Westhavellandes:

Die Ausweitung der Beförderungskapazitäten (ab 2023) sowie Takt­verdichtungen (ab 2027) des RE4 begrüße ich ausdrücklich. Jedoch werden auf der Linie RE4 die Kapazitäten lediglich in der Ausflugs­saison um 50 Sitzplätze erhöht. Wie der SPD Unterbezirk Havelland richtig fordert, sind diese Erweiterungen mindestens auch in den Hauptverkehrszeiten von Montag bis Freitag zu berücksichtigen, um überfüllte Pendlerzüge und ein Ausweichen auf den Individual­verkehr auf die B5 ab Wustermark zu vermeiden. Ebenfalls ist erfreulicher Weise eine Verlängerung des RE4 im 120-Minuten-Takt von Rathenow nach Stendal vorgesehen. Die Erweiterungen sollten so bald als möglich realisiert werden. Ein beschleunigter Ausbau wird im Hinblick auf die erforderliche Verkehrswende und das Wachstum an der Lehrter Bahn dringend empfohlen.

Sollte eine Priorisierung zwischen dem zusätzlichen Halt in Heidefeld und der Verlängerung des RB 51 nach Rathenow Nord not­wendig sein, ist die weitere Haltestation in Heidefeld aus meiner Sicht unbedingt zu bevorzugen. Der Haltepunkt als Bedarfshalt ist schnell und mit vergleichsweise wenigen Mittel umsetzbar und sollte daher für 2024 avisiert werden. Dieser zusätzliche Halt ist dringend notwendig, um die Augenoptikerinnung des Landes Brandenburger gut zu erreichen. Hier finden neben Studium und Ausbildung auch viele Fort- und Weiterbildungen statt. Sie ist der­zeit über den ÖPNV nur sehr schlecht zu erreichen. Des Weiteren stärkt der zusätzliche Halt ist ebenso eine Unterstützung für alle anderen am Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen, u.a. den Arbeitgeber Fielmann, der hier einen weiteren Ausbau plant. Es ist also ein eine eindeutige Standortfrage zur Gewinnung weiterer Fachkräfte und Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung des Standorts Rathenow. Die im Planfall 2030+ vorgesehene Takt­verdichtung auf der Verbindung der RB 51 zwischen Brandenburg/Havel und Rathenow heiße ich auch deshalb willkommen.

 

Anbindung Neustadt (Dosse) und Wusterhausen (Dosse):

Ich freue mich über die Priorisierung der Hamburger Bahn im Perspektivnetz 2030+ und damit über eine Verbesserung im Zug­verkehr durch die Verdichtung zwischen Nauen und Neustadt (Dosse) auf einen 30-Minuten Takt .In diesem Zusammenhang unterstütze ich den Landrat Ralf Reinhardt in seiner Forderung nach einer Verknüpfung der RB10 und der RB73 in Neustadt (Dosse) mit dem Ziel einer umsteigefreien Verbindung der Region nach Berlin sowie der Anschlusssicherung des RB55 zum RE8 in beiden Fahrt­richtungen (Wismar und Berlin) in Neustadt (Dosse) zur angemes­senen Anbindung an die Metropole Berlin. Des Weiteren fordern wir die Einrichtung des Taktknotens Neustadt (Dosse) zur Minute 30. Die Entwicklung und nachhaltige Mobilität des ländlichen Raumes der Kleeblattregion wird damit entscheidend gefördert.

Die Abbestellung der RB73 auf dem Abschnitt Kyritz-Pritzwalk und der RB74 im gesamten Verlauf stößt auf Unverständnis. Das wirft die gesamte Region in Bezug auf länderübergreifenden Verkehr zurück. Wir fordern daher einen Stundentakt für die RB73/74 Kyritz – Pritzwalk – Meyenburg (- Güstrow) analog zum im Entwurf beschriebenen Berlin-Brandenburg Takt (täglich mindestens stünd­liche Bedienung).

 

Weitere Forderungen zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV:

Zur Schaffung einer größeren Akzeptanz und Annahme des ÖPNV und SPNV gehört der Erhalt von Serviceeinrichtungen inklusiver persönlicher Kundenberatung und erhebliche Verbesserung der Sicherheitssituation vor Ort in und um die Bahnhöfe. Dazu müssen in den Verkehrsverträgen geforderte Servicestandorte im Rahmen einer umsatzunabhängigen Präsenzvergütung langfristig aus­kömmlich finanziert werden, vertragliche Regelungen mit den SPNV-Anbietern sind dementsprechend anzupassen. Es braucht u.a. flächendeckende Sicherungskonzepte und -Maßnahmen, wie Kameraüberwachung oder Ordnungspartnerschaften mit Kommunen und Landespolizei. Darüber hinaus muss dem Vanda­lismus an Bahnhöfen Einhalt geboten werden und vermeintlich Schwachen ein besseres Sicherheitsempfinden an einsamen Bahnhöfen ermöglicht werden.

Auch müssen ÖPNV und SPNV noch besser ineinandergreifen, um die Verkehrswende auch auf dem Land zu schaffen. Dazu zählt die Weiterentwicklung des PlusBus-Netzes als auch das Rufbus­systemhin zu einem digitalisierten, flächendeckenden Bussystem. Das RufBussystem ist bereits in vielen Teilen Deutschlands erfolg­reich und entlastet den ÖPNV-Träger in vielen Fällen, da kostenin­tensive Abendlinien reduziert werden können. In Zusammenarbeit mit dem ÖPNV-Träger sollten flächendeckende, bedarfsorientierte Systeme – nicht nur aber auch mit dem ansässigen Taxibetrieb – umgesetzt werden.

Zu einer besseren Anschlussmobilität gehören auch optimierte Ab- und Ankunftszeiten. Die Schulanfangszeiten sollten rechtzeitig vor Beginn eines neuen Schuljahres seitens der Schulträger und der Busunternehmen so miteinander abgestimmt sein, dass die Zahl der ausschließlich für den Schüler:innenverkehr benötigten Busse optimiert werden kann. So kann auch die Belastung unserer Kinder durch unnötig lange Warte- und Fahrtzeiten vermieden werden. Zügig vorangetrieben werden muss ebenso der Aufbau flächende­ckender barrierefreier „Dynamischer Fahrgastinformations­systeme“ (DFI), die die ÖPNV und SPNV vernetzt. Diese sollten auch die Ist-Ankunfts- und Abfahrtszeiten des SPNV anzeigen und für die den Anschluss abwartenden Busfahrer:innen gut einsichtig sein, um ggf. im 60-Minuten-Betrieb die umsteigenden Fahrgäste noch mitzunehmen zu können. Ideal wäre eine Verknüpfung der Bahn- mit der jeweiligen Busleitstelle, um die max. mögliche Anschluss-Wartezeit zu bestimmen, ohne weitere Anschlüsse zu gefährden.

Tarifwesen: Um den ÖPNV attraktiver zu machen und insbesondere eine sozial gerechte Verkehrswende zu gewährleisten, muss das Preisangebot entsprechend stimmen. Daher müssen u.a. das Azubi-Ticket (1 Euro pro Tag) und VBB Abo 65plus (auch 365 Euro im Jahr) langfristig fortgeführt werden. Weiterhin rege ich eine Abkehr vom Wabensystem an, welches den ländlichen Raum systematisch benachteiligt: So kostet ein AB-Ticket in der Wabe Berlin 3 Euro und kann z.B. ca. 45 Streckenkilometer umfassen (Alt Schmöckwitz – Heiligensee) wohingegen im ländlichen Raum eine gleich lange Strecke z.B. von Rathenow an den Berliner Stadtrand (Dallgow-Döberitz) 9 Euro kostet. Im Vergleich werden so Menschen im länd­lichen Raum bei geringerem Durchschnittseinkommen als die städ­tische Bevölkerung zusätzlich mit höheren Mobilitätskosten belastet.

Zu allerletzt sollte es selbstverständlich sein, dass Bahnhöfe, SPNV und ÖPNV in Brandenburg flächendeckend mit kostenlosem und funktionierendem WLAN ausgestattet werden.

 
 

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