Unterstützung für das Frauenhaus

Veröffentlicht am 12.10.2020 in Allgemein

Das Rathenower Frauenhaus soll gestärkt werden. Am Mittwochabend beauftragten die Stadtverordneten den Bürgermeister, sich um Fördergeld aus einem entsprechenden Bundesprogramm zu bemühen.

Die Bedingungen für von Gewalt betroffene Frauen im Havelland könnten sich in naher Zukunft erheblich verbessern. Das jedenfalls ist die berechtigte Hoffnung nach einem Beschluss der Rathenower Stadtverordneten am Mittwochabend.

In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag (18 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 2 Enthaltungen) wird der Rathenower Bürgermeister aufgefordert, gemeinsam mit dem Landkreis Havelland alle Möglichkeiten zu prüfen, um von einem Bundesinvestitionsprogramm zu profitieren, das den Ausbau von Schutz- und Beratungsreinrichtungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder zum Ziel hat.

 

Geld vom Familienministerium

Mit dem Geld des vom Bundesfamilienministerium aufgelegten Programms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ werde der Aus-, Um- oder Neubau von Frauenhäusern und anderen unterstützenden Einrichtungen gefördert, erklärte Diana Golze (Linke). Die Linke hatte den Antrag gemeinsam mit CDU und SPD eingebracht.

Im Rathenower Fall müsse, weil der Aus- oder Umbau des derzeitigen Frauenhauses aus bautechnischen Gründen nicht möglich sei, nach einem Alternativstandort gesucht werden, so Golze. Dazu sei eine gemeinsame Anstrengung von Stadt und Kreis erforderlich.

Arbeitsteilung mit dem Kreis

Offenbar ist diese gemeinsame Anstrengung bereits in vollem Gange. Wie Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus den Stadtverordneten mitteilte, hat es bereits konkrete Verabredungen zwischen Stadt und Landkreis gegeben.

Zwar herrschen Remus zufolge zwischen den Verwaltungen unterschiedliche Auffassungen darüber, wer für die Unterhaltung eines Frauenhauses zuständig ist. Einig sei man sich aber, dass eine solche Einrichtung nicht nur notwendig sei, sondern weiter gestärkt werden müsse.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung machte Remus konkretere Ansagen über die Verhandlungen mit dem Kreis. Dem Vernehmen nach haben die Verwaltungsspitzen sich darauf geeinigt, dass die Stadt Rathenow sich um die Antragstellung kümmern soll und der Kreis die Stadt bei der baulichen Umsetzung unterstützt.

Suche nach alternativem Standort

Nach Aussage von Hartmut Rubach (SPD) könnten bis zu eine Million Euro aus dem Bundesprogramm nach Rathenow fließen. Da das Geld aus den oben genannten Gründen nicht in das derzeitige Frauenhaus investiert werden kann, muss ein alternativer Standort gefunden werden. Offenbar haben Stadt und Kreis bereits einige Rathenower Immobilien geprüft. Mehr wollte Matthias Remus zur Standortfrage aber noch nicht sagen.

Freude über Initiative

Catrin Seeger, die Leiterin des Rathenower Frauenhauses, ist hocherfreut über die Initiative von Kreis und Stadt. „Es ist absolut begrüßenswert, dass das Hilfesystem für von Gewalt betroffene Frauen im Havelland ausgebaut wird“, sagte sie am Mittwochabend auf MAZ-Anfrage. „Das Thema ist leider aktueller denn je.“

Die Rathenower Immobilie sei in die Jahre gekommen, führte Seeger aus. Mehr Platz und Barrierefreiheit – diese notwendigen Forderungen könnten in dem jetzigen Haus leider nicht umgesetzt werden. Deshalb sei es, wenn die Förderung komme, unumgänglich, einen neuen Standort für das Frauenhaus zu finden.