Woidke macht Touristikern Mut

Veröffentlicht am 14.08.2020 in Allgemein

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat heute das Durchhaltevermögen und den Ideenreichtum der brandenburgischen Tourismus-Anbieter während der Corona-Pandemie gewürdigt. Auf seiner traditionellen Tourismus-Pressefahrt in Kooperation mit der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH betonte er heute in Potsdam: „Nach Jahren des Aufschwungs in der Tourismusbranche kam in diesem Jahr mit dem Coronavirus und dem nötigen Lockdown der große Einbruch. Die Schließung der Hotels und Pensionen für die touristische Nutzung brachte das Geschäft in vielen Betrieben komplett zum Erliegen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer im Tourismus und in der Gastronomie kämpfen jetzt darum, dass ihr Betrieb die Krise übersteht. Das machen sie mit großem Elan und Stehvermögen, und vor allem mit vielen guten Ideen. Dafür spreche ich ihnen meinen Respekt und meinen Dank aus.“

 

Angesichts der Entwicklungen der vergangenen Monate stand Woidkes 7. Sommer-Tourismus-Pressefahrt unter die Überschrift „Tourismus im Zeichen der Corona-Pandemie“. Die Tour führte dieses Mal durch Potsdam, da die Stadt stärker vom Corona-Lockdown betroffen als andere Destinationen in Brandenburg, weil viele Touristen derzeit aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln den Urlaub auf dem Lande bevorzugen. Zudem finden in Potsdam mit der am 5. September beginnenden „EinheitsEXPO“ die zentralen Veranstaltungen zum diesjährigen „Tag der Deutschen Einheit“ statt.

Woidkes Fahrt startete im Museum Barberini. Dort laufen derzeit die Vorbereitungen für die neue Ausstellung „Impressionismus. Die Sammlung Hasso Plattner“, die vom 7. September an dauerhaft die Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers zeigt, darunter Meisterwerke von Monet, Renoir und Signac. Mit der „Weissen Flotte“ ging es auf Tour mit Deutschlands erstem Hybrid-Fahrgastschiff. Es folgten Besuche im Kongresshotel Potsdam und im Campingpark Sanssouci. Zum Stand des Tourismus informierte unterwegs TMB-Chef Dieter Hütte.

 

Woidke: „Seit Anfang der 2000er Jahre kannte der Brandenburg-Tourismus nur einen Trend: Es ging immer aufwärts. Die Zahl der Übernachtungen erreichte stets neue Rekorde und stieg von 8,45 Millionen im Jahr 2003 auf fast 14 Millionen im Jahr 2019. Sogar zu Beginn dieses Jahres ging es noch nach oben. Die Zahl der Übernachtungen stieg im Januar und Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um 3,7 und 5,0 Prozent. Doch dann kam Corona.

 

Kulturstätten wie das Museum Barberini, Tourismusbetriebe wie die ‚Weisse Flotte‘ oder Unterkünfte wie das Kongresshotel mussten für den Publikumsverkehr schließen. Im April sank die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 79 Prozenttrotz des positiven Effekts durch unsere Saisonarbeiter und Berufspendler. Zahlreiche Pendler aus Polen beispielsweise buchten sich in Hotels und Pensionen ein, um bei uns weiter arbeiten zu können.“

 

Woidke verwies darauf, dass der Tourismus eine sehr wichtige Säule der brandenburgischen Wirtschaftsstruktur darstellt – mit mehr als 100.000 Beschäftigten und einem Gesamtkonsum von mehr als sechs Milliarden Euro. Er betonte: „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben in den vergangenen Jahren kräftig investiert und ihr Angebot vor allem qualitativ auf ein neues Niveau gehoben. Die Corona-Krise bringt sie nun in ernsthafte Schwierigkeiten.

 

Der Staat hilft, wo und so viel er kann. Wir haben Soforthilfen bereitgestellt und bieten mit dem Kurzarbeitergeld die Chance zum Erhalt der Arbeitsplätze. Es kommt jetzt darauf an, dass sich die Betriebe unter Corona-Bedingungen neu aufstellen. Und hier sehe ich viele gute Beispiele. Beherbergungsbetriebe, die mit überarbeiteten Angeboten neue Kunden gewinnen. Veranstalter, die mit neuen Formaten punkten. Die Landesregierung wird – auch mit den Erfahrungen der Pandemie – die Landestourismuskonzeption überarbeiten und nachjustieren. Dabei rücken die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit verstärkt in den Fokus.“

 

Zugleich warb Woidke erneut um Verständnis für die Verlängerung der Corona-Umgangsverordnung bis Anfang September: „Ich weiß, dass das insbesondere auch unsere Gastronomie hart trifft, weil sie durch das Abstandsgebot weiterhin nicht so viele Sitzplätze für Gäste anbieten kann, wie in normalen Zeiten. Aber wir müssen das Infektionsgeschehen im Blick behalten. Wir sind noch nicht durch, sondern mitten drin in der Pandemie. Wir müssen vorsichtig sein, sonst erleben wir noch viel dramatischere Situationen. Der Fokus liegt jetzt auf dem Schulbeginn und der Rückkehr zahlreicher Urlauber. Wir müssen beobachten, welche Auswirkungen das bei uns in Brandenburg hat. Dann können wir über weitere Schritte entscheiden.“